Verzweifelt hinsichtlich Integration

Hier sind Fragen zum Verhalten der Ratten untereinander (z.B. Integration, Zähmung), aber auch gegenüber dem Menschen richtig.

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Nagermelli
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Nagermelli » Do 21. Apr 2016, 16:04

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und brauche dringend Rat. Habe seit ca. zehn Jahren immer mal wieder Ratten, jetzt das dritte oder vierte Mal, einmal leider auch in der sehr verpönten Einzelhaltung, weil ich das Tier damals von einer Freundin übernommen habe, die Schlangen hatte und die Ratte verfüttern wollte, nicht konnte und dann hergeben musste. Das Tier wurde trotz allem zweieinhalb Jahre alt und ich habe mich rührend um sie gekümmert. Jedenfalls haben mein Freund und ich seit ca. eineinhalb Jahren Daisy (Dumboratte, würde niemals beissen, ist aber v.a. bei Futter der Chef im Haus) und Lilly, vor kurzem ist die dritte im Bunde, Spotty, leider verstorben, wir haben ihr eine gutartige, zu große Geschwulst wegoperieren lassen und sie hat sich von der Narkose nicht mehr erholt, was uns sehr getroffen hat. Daisy und Lilly waren danach irgendwie viel weniger aktiv, teils etwas lethargisch, das Rudel war einfach nicht mehr komplett und wir entschieden uns für Neuzugang, auch für den Fall, dass noch eine sterben sollte und dann alleine ist. Über die Rattennothilfe haben wir dann Maggy (sehr quirlig, will ständig raus, scheint aber trotz ihrer Schreckhaftigkeit die dominantere zu sein) und Mimi (ihr erster Besitzer hat sie mehrmals zu seiner Schlange gesetzt zum Verfüttern, sie am Schwanz gepackt und ähnliche unschöne Dinge, entsprechend traumatisiert ist sie) bei einer Zwischenpflegestation geholt bzw. sie wurden gebracht. Beide sind ca. 4-5 Monate jung und seit zehn Tagen bei uns. Wir haben einen neuen, viel größeren Käfig mit viel Spielzeug und Ausstattung gekauft, beide Etagen sind getrennt voneinander, oben unsere alten Damen und unten die jungen. Was die Integration betrifft, waren mein Freund und ich wohl naiv. Als wir die Dumboratte Daisy damals zu der inzwischen verstorbenen Spotty und Lilly gesetzt haben, war alles friedlich, nach ein oder zwei getrennten Nächten konnten sie gemeinsam in einen Käfig und alles war bis auf die normalen (UNblutigen!) Rangstreitereien in Ordnung. Diesmal ist alles anders. Der Erstkontakt mit Daisy, Lilly, Maggy und Mimi auf der Couch lief super: am Hintern schnüffeln, aneinander vorbei streifen bis teils aber auch eher Desinteresse der Alten an den Neuen. Das erste Aufeinandertreffen im Gang der Wohnung (wohl zu sehr Revier der Alten) lief nicht gut, mit Mimi, die leider aber zum Menschen aufgrund der Schlangenerfahrung kein Vertrauen hat und auch beisst, lief alles wie wir erwartet hatten super, Lilly, die selbst lange ein kleiner Psycho war, hat überhaupt nicht aggressiv reagiert, sind wohl beide gleich unsicher. Mit Maggy allerdings ist es schier unmöglich. Lilly hat Maggy sofort verfolgt, geborstelt und sich gesträubt, wie ich es noch nie gesehen hab und als Maggy vor ihr her lief, hat Lilly sie sofort angegriffen, dass leider auch Fell gerupft wurde und flog. Haben sie sofort getrennt, aber bei jedem weiteren Versuch lief es gleich ab. Für Lilly scheint Maggy ein absoluter Feind zu sein. Haben es dann wieder auf der Couch (neutraler Ort, kein Spielzeug, etc) und auch auf dem leer geräumten Küchentisch (Mimi sprang von der Couch runter) versucht, alles friedlich, nur riechen und aneinander vorbei streifen. Danach im Gang, schwups schnurstracks Attacke von Lilly. "/phpbb/images/smiles/icon_frown.gif"> Hinzu kommt noch, dass Mimi uns beisst (Männer mag sie noch weniger, bei meinem Freund ist sie noch hysterischer als bei mir), wenn man also den Käfig öffnet und sie raus lässt, ist einfangen mit den Händen unmöglich. Sie schreit wie in Todesangst, so laut, dass es auch unsere alten Ratten natürlich verunsichert... Sie klettert dann von außen den Käfig hoch, auch bis zu den alten Ratten hoch und einfangen geht nur mit Hilfe eines kleinen Nager-Zeltes, das wir haben: Ratte rein locken, schnell zu halten oder zum Körper hin und zurück in den Käfig. Berühren oder ähnliches ist kaum möglich, wobei sie im getrennten Auslauf schon auch mal auf einen drauf klettert. Noch hinzu kommt, dass Maggy zu Mimi teilweise echt biestig wird, Mimi hatte auch ne aufgekratzte verkrustete Stelle im Nacken, vermutlich war das Maggy. Maggy scheint immer dominanter zu werden, obwohl sie uns nie beisst oder so, sie rangelt nur gerne spielerisch mit uns und ist sehr aufdringlich, zwangsputzt uns und beklettert uns dauernd, total süß. aber im Grunde grenzenlos und dominant durch ihre Art. Wir sind mit den Nerven total runter. Letzte Woche hatten wir Urlaub, diese Woche wieder Arbeit, ich bin heute nur daheim, weil ich den dritten Tag Migräne hab, wir sind ziemlich angeschlagen, klar, Tiere bedeuten Zeit und Verantwortung, aber wir kommen abends zu gar nichts mehr. Und wenn wir Maggy und Mimi raus lassen, markiert Maggy alles und pinkelt überall, was vermutlich auch die zukünftige Integration zu den alten erschwert, wenn alles nach ihr riecht und sie will permanent raus, nagt am Käfig, etc. Und Mimi kriegt Stress, wenn man sie nach dem Auslauf wieder in den Käfig kriegen will. Mein Freund und ich hatten schon Gedanken, sie zurück zu geben, aber dann hab ich ein schlechtes Gewissen, zehn Tage sind keine Zeit und einen schwierigen Menschen gibt man ja auch nicht einfach wieder weg oder zurück, aber wir wissen nicht mehr weiter und die Nerven liegen blank. Zumal wir uns ja um unsere alten Ratten auch noch kümmern müssen und gerade Daisy altert inzwischen rapide, trinkt zu wenig seit einigen Wochen, hatte neulich eine Antibiotikabehandlung wegen wiederholtem Schnupfen, kriegt oft Pet-M (mit Echinacae) usw. Kann mir bzw. uns jemand helfen? Wir haben schon seitenweise Integrationstipps gelesen, aber solange Lilly Maggy dauernd angreift, nutzt das nix. Den Gang putzen, wird nicht viel nutzen, den Geruch kriegt man ja eh nie ganz weg. Was sollen wir tun?

Danke vorab und sorry für soviel Text!

Susi369
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Susi369 » Do 21. Apr 2016, 17:08

Hi,

also ich hab jetzt mal versucht, mich durch den Text zu quälen, aber ich glaube die Hälfe oder mehr hab ich nicht richtig lesen können :/ Kannst du bitte Absätze verwenden?

Also ersten musst du auf jeden Fall nen zweiten Käfig anschaffen und den am besten in nem anderen Zimmer stellen. Wenn beide Rudel in einem Käfig leben kommen sie ja garnicht zur Ruhe.

Wie habt ihr denn genau mit der Inti angefangen?
Ich hab irgendwas gelesen, dass ihr schon im Revier der alten wart? Das geht natürlich nicht, erst müssen die vier sich über mehrere Stunden im neutralen Auslauf verstehen, als neutralen Auslauf könntet ihr z.B. auch den Flur oder das Bad benutzen. Die Couch finde ich irgendwie unpassend. Springen die da nicht einfach runter?

Erst wenn sie sich im neutralen Auslauf verstehen, kann man in den richtigen wechseln. Eine Inti kann sich übrigens über Monate ziehen, eine Woche ist da noch nichts.

Vielleicht liest du dir erstmal die Inti anleitung im FAQ durch (findest du oben rechts)


LG Susi

Nagermelli
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Nagermelli » Do 21. Apr 2016, 18:39

Hi,

sorry, dass ich alles nur so runter geschrieben hatte, lag zum Einen vermutlich an meiner heutigen Migräne, da bin ich immer nicht so ganz bei mir und zum Anderen daran, dass ich so verzweifelt bin, da fließen die Gedanken schon mal ohne Punkt und Komma... (oder eben Absatz). "/phpbb/images/smiles/icon_wink.gif">

Ich habe halt überall was Anderes gelesen, die Einen sagen, man soll für Blick- und auch Riechkontakt zwischen den Alten und den Neuen sorgen, die Anderen sagen, einen zweiten Käfig in einem anderen Raum aufstellen. Da ich davon ausgegangen bin, dass sie sich gegenseitig riechen sollen, um sich zu gewöhnen, haben wir eben den Ferplast Furet Tower Käfig gekauft, der recht groß und aus zwei Etagen besteht, der Zugang zwischen beiden Etagen wurde vorübergehen zu gemacht, so dass es eben ZWEI getrennte Käfige in einem sind, wir dachten, das reicht als Trennung??!

Einen Fehler zu Beginn der Inti haben wir gemacht... Mein Freund hat, als die Rattenpflegemama uns die neuen Ratten gebracht hat, ein Stück Stoff, das sie aus deren Käfig dabei hatte, zu unseren alten Damen in die Hängematte gelegt, damit sie erst mal den Geruch haben, Gegenstände tauschen stand auch irgendwo als Tipp. Das war wohl falsch, als Lilly den Stofffetzen, der nach den neuen Ratten roch, gerochen hat, hat sie sich total aufgeplustert und ihr Fell gesträubt, vermutlich haben wir da schon die erste Aggression ausgelöst... "/phpbb/images/smiles/icon_cry.gif">

Über mehrere Stunden die Ratten sich im neutralen Auslauf verstehen lassen, ist schwer, die Couch, die wir als neutralen Auslauf bzw. Aufeinandertreffort haben, ist zwar eine große Eck-Couch mit großer Liegefläche, aber für mehrere Stunden ist sie eben viel zu klein, darum war der neutrale gemeinsame Auslauf nur ein paar Minuten. Und als das gut lief, haben wir sie eben getrennt, da es hieß, anfangs nur einige Minuten zusammen lassen und dass man sie nach einer positiven Erfahrung trennen soll, nie nach einer negativen. Und wie gesagt, einen neutralen Auslauf finden, ist schwer, sowohl der Gang als auch unser Bad waren komplett das Revier der alten Damen... Und Schlafzimmer ist schwierig, da sie sich da unterm Bett verstecken können, wo wir nicht hin kämen, um sie ggf. zu trennen... Darum hatten wir eben die Couch gewählt und ja, Mimi sprang da runter, hatte ich ja auch unten geschrieben.

Und ich frage mich, wie das andere berufstätige Menschen machen, wenn sie monatelang versuchen müssen, Tiere zu integrieren. Bevor ich gleich zerfleischt werde: ja, ich liebe Tiere und ja, ich könnte keinem was antun und kümmere mich gerne um sie, päppele auch viel an unserer alternden Daisy rum, aber wie schaffen das andere gestresste Volzeit-Berufstätige, jeden Abend mehrere Stunden für die Integration aufzubringen und das über Monate...? Man geht ja vielleicht auch noch ins Fitnessstudio oder hat ein anderes Hobby noch? Und wie gesagt, bitte jetzt nicht zerfleischen! Es ist eine ernst gemeinte Frage!

Und ja, die Anleitung werde ich mir durchlesen, danke!

Lg,
Melanie

DvD
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von DvD » Do 21. Apr 2016, 20:47

Hi,

Susi369 hat im Prinzip bereits alles gesagt. Bitte lies auch nochmals die FAQ (oben rechts) durch.

Das Sofa ist ungeeignet, die Nasen können sich dort aus dem Weg gehen (und herunter springen). Flur, Badezimmer, oder was auch immer, das abgetrennt ist und keine Flucht zulässt eignet sich dafür. MEINE Empfehlung ist die mit einem Tuch ausgelegte Badewanne.
Zu den Inti-Zeiten / Beschnupperzeiten: Aus Erfahrung rate ich von voreiligem Trennen ab. Wenn es keine Vorkommnisse gibt: die erste Beschnupperrunde gerne auf 1h hochziehen. Je länger desto besser. Irgendwann legen sich die Nasen zum Schlafen. Dann kuscheln oftmals bereits beim ersten Lauf fremde Nasen nebeneinander.
Bei der Badewanne beginnt oftmals eine/mehrere Nasen heraus zu springen. Konsequent zurück setzen.

Grüße und Geduld


[addsig]

Lexx
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Lexx » Do 21. Apr 2016, 21:45

Hallo,

vielleicht die Tiere auch erstmal räumlich trennen. Allen eine Pause von 1-2 Wochen gönnen und dann quasi von vorne anfangen.
Beim ersten Treffen passiert extrem häufig gar nichts. Das hat in der Regel auch ganz wenig Aussagekraft. Das Warum unterliegt sicherlich vielerlei Interpretation. Erst beim zweiten Treffen zeigt sich meist, wer mit wem ein Hühnchen rupfen möchte "/smilies/Emotionen/emo_0909.gif" BORDER="0"> "/phpbb/images/smiles/icon_vlad2.gif">
Daher meine Empfehlung, dass Ihr mal einen Schnitt macht und dann neu anfangt. Das dürfte Eurer älteren Dame auch entgegen kommen. In der Zeit könnt Ihr Euch außerdem auch um etwas mehr Vertrauen bei der kleinen Angstmaus bemühen.

Grundsätzlich würde ich niemals empfehlen, Geruchsaustausch zu machen, bevor sich die Tiere persönlich kennen gelernt haben. Wie Du selbst erfahren hast, kann - muss aber nicht - das Aggressionen auslösen und einen zukünftigen Kontakt sehr erschweren.
Wenn die Tiere sich schon kennen gelernt haben, dann kann man gerne mit Klotausch oder Hängemattentausch arbeiten, um eine geruchliche Gewöhnung einzuleiten.
Ich habe im Auslauf immer eine Toilette und eine Schlafmöglichkeit stehen, die dann alle natürlich auch nutzen. Die stelle ich nach den Integrationstreffen dann immer mal in den einen oder anderen Käfig.

Ansonsten ist es auch wichtig, dass die Tiere ihre Kämpfe austragen können. Ja, dabei schreien sie. Ja, dabei kann Fell fliegen. Ja, das kann sehr grob zugehen. Ja, dabei kratzen sie sich auch mal gegenseitig. Ist aber essentiell, um die Rudelstruktur herzustellen und jedem seinen Platz zu zuweisen. Wenn das nicht klar ist, wird es nicht klappen. Schließlich müssen die dann am Ende ja auch ohne Euch klar kommen. No Go ist natürlich, wenn sie sich böse Bissverletzungen zufügen. Da muss man dann natürlich dazwischen gehen. Ansonsten müsst ihr das aushalten.

Und ja, eine Inti kann dauern und ist selten in nur einer Woche völlig erledigt. Wie machen das andere Berufstätige?
Wenn wir von der Arbeit oder vom Sport heim kommen, werden die Tiere alle ins Bad getragen. Eine Schüssel Wasser, ein Iglu mit Handtuch oder Küchentücher ohne Dach als Schlafmöglichkeit, eine Toilette und was zu Essen dazu. Dann werden sie etwa 20-30 Minuten scharf beobachtet, solange bis es ruhiger wird. Wenn die ersten 20 Minuten keine blutigen Verletzungen ergeben haben, weil eine der Nasen ausgetillt ist, dann ist das Risiko danach eher gering, dass noch was passiert. Dann kann man das Bad verlassen und die Tiere sich selbst überlassen. Meistens legen sie sich nach einer Weile irgendwo hin und ruhen sich aus, weil das Ganze für sie auch enormen Stress bedeutet.
Dann könnt Ihr den Abend parallel nämlich noch mit anderen Dingen verbringen.
Ablaufvorschlag:
1. Treffen: Beschnuppern, nix passiert bis erste kurze Kämpfe, trennen nach 10-30 Minuten
2. Treffen: Meist Kämpfe und erste Klärungen. Wenn es ruhiger wird, dann kann das Bad verlassen werden. Trennen nach etwa 40 Minuten-1 Std.
3. Treffen - xtes Treffen: Rangkämpfe, meist schnellere Beruhigung, nicht mehr soviel Aufregung im Rudel, erste Freundschaften durch zusammen kuscheln. Können recht lange zusammen bleiben
Wenn das klappt, dann ins gemeinsame Auslaufrevier gehen. Hier können wieder Rangkämpfe stattfinden.
Wenn das gut klappt, dann erste Zusammenführung im Käfig. Auch hier können Kämpfe statt finden. Je nach Intensität die gemeinsame Zeit von Tag zu Tag steigern. Ab dieser Stufe sollte das aber eigentlich nicht mehr lange dauern, dass sie zusammengeführt werden können. Rangkämpfe wird es am Anfang ganz sicher so oder so dann noch geben und es wird dann einige Zeit dauern, bis das Rudel richtig zusammen wächst.

Im übrigen Ratten in der Badwanne integrieren klappt bei uns überhaupt nicht. Meistens sind alle ständig damit beschäftigt aus der Wanne zu entkommen und haben gar nicht die Lust und die Muße sich miteinander zu befassen.
Wir haben getauscht: Ratten ins Bad und wir zur Beobachtung in die Wanne "/phpbb/images/smiles/icon_lol.gif">
Wenn wir nämlich auch im Bad sind, rennen die nur um uns herum und befassen sich nicht miteinander. Die Prokrastinieren dann förmlich. Das soll ja auch nicht sein "/phpbb/images/smiles/icon_wink.gif">

Hoffe, das hilft Dir.

Gruß
Lexx [addsig]

Nagermelli
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Nagermelli » Fr 22. Apr 2016, 00:50

[b]Zitat:[/b]
DvD schrieb am 2016-04-21 18:47 :

Das Sofa ist ungeeignet, die Nasen können sich dort aus dem Weg gehen (und herunter springen). Flur, Badezimmer, oder was auch immer, das abgetrennt ist und keine Flucht zulässt eignet sich dafür. MEINE Empfehlung ist die mit einem Tuch ausgelegte Badewanne.
Zu den Inti-Zeiten / Beschnupperzeiten: Aus Erfahrung rate ich von voreiligem Trennen ab. Wenn es keine Vorkommnisse gibt: die erste Beschnupperrunde gerne auf 1h hochziehen. Je länger desto besser. Irgendwann legen sich die Nasen zum Schlafen. Dann kuscheln oftmals bereits beim ersten Lauf fremde Nasen nebeneinander.
Bei der Badewanne beginnt oftmals eine/mehrere Nasen heraus zu springen. Konsequent zurück setzen.

Grüße und Geduld



Danke für die Tipps, aber wie ich ja bereits geschrieben habe, ist sowohl unser Bad als auch unser Flur eben KEIN neutraler Auslaufort mehr für den gemeinsamen Auslauf, da unsere alten Ratten da immer laufen und eine Badewanne haben wir nicht, nur eine Dusche. Und ich hatte eben gelesen, wenn sie neu aufeinander treffen, soll man sie nicht mit stundenlangem Aufeinandertreffen überfordern, sondern eben nur ein paar gemeinsame Minuten. Und Vorkommnisse gab es ja eben leider im Flur, eben weil es nicht neutral ist, darum ging ja stundenlang bisher nicht. Denn wenn mal Fell geflogen ist und Lilly immer Maggy nachjagt und sie angreift - wie soll ich das dann noch unblutig auf mehrere Stunden ausweiten können? "/phpbb/images/smiles/icon_rolleyes.gif">

Nagermelli
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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Nagermelli » Fr 22. Apr 2016, 01:05

[b]Zitat:[/b]
Lexx schrieb am 2016-04-21 19:45 :
Hallo,

vielleicht die Tiere auch erstmal räumlich trennen. Allen eine Pause von 1-2 Wochen gönnen und dann quasi von vorne anfangen.
Beim ersten Treffen passiert extrem häufig gar nichts. Das hat in der Regel auch ganz wenig Aussagekraft. Das Warum unterliegt sicherlich vielerlei Interpretation. Erst beim zweiten Treffen zeigt sich meist, wer mit wem ein Hühnchen rupfen möchte "/smilies/Emotionen/emo_0909.gif" BORDER="0"> "/phpbb/images/smiles/icon_vlad2.gif">
Daher meine Empfehlung, dass Ihr mal einen Schnitt macht und dann neu anfangt. Das dürfte Eurer älteren Dame auch entgegen kommen. In der Zeit könnt Ihr Euch außerdem auch um etwas mehr Vertrauen bei der kleinen Angstmaus bemühen.

Grundsätzlich würde ich niemals empfehlen, Geruchsaustausch zu machen, bevor sich die Tiere persönlich kennen gelernt haben. Wie Du selbst erfahren hast, kann - muss aber nicht - das Aggressionen auslösen und einen zukünftigen Kontakt sehr erschweren.
Wenn die Tiere sich schon kennen gelernt haben, dann kann man gerne mit Klotausch oder Hängemattentausch arbeiten, um eine geruchliche Gewöhnung einzuleiten.
Ich habe im Auslauf immer eine Toilette und eine Schlafmöglichkeit stehen, die dann alle natürlich auch nutzen. Die stelle ich nach den Integrationstreffen dann immer mal in den einen oder anderen Käfig.

Ansonsten ist es auch wichtig, dass die Tiere ihre Kämpfe austragen können. Ja, dabei schreien sie. Ja, dabei kann Fell fliegen. Ja, das kann sehr grob zugehen. Ja, dabei kratzen sie sich auch mal gegenseitig. Ist aber essentiell, um die Rudelstruktur herzustellen und jedem seinen Platz zu zuweisen. Wenn das nicht klar ist, wird es nicht klappen. Schließlich müssen die dann am Ende ja auch ohne Euch klar kommen. No Go ist natürlich, wenn sie sich böse Bissverletzungen zufügen. Da muss man dann natürlich dazwischen gehen. Ansonsten müsst ihr das aushalten.

Und ja, eine Inti kann dauern und ist selten in nur einer Woche völlig erledigt. Wie machen das andere Berufstätige?
Wenn wir von der Arbeit oder vom Sport heim kommen, werden die Tiere alle ins Bad getragen. Eine Schüssel Wasser, ein Iglu mit Handtuch oder Küchentücher ohne Dach als Schlafmöglichkeit, eine Toilette und was zu Essen dazu. Dann werden sie etwa 20-30 Minuten scharf beobachtet, solange bis es ruhiger wird. Wenn die ersten 20 Minuten keine blutigen Verletzungen ergeben haben, weil eine der Nasen ausgetillt ist, dann ist das Risiko danach eher gering, dass noch was passiert. Dann kann man das Bad verlassen und die Tiere sich selbst überlassen. Meistens legen sie sich nach einer Weile irgendwo hin und ruhen sich aus, weil das Ganze für sie auch enormen Stress bedeutet.
Dann könnt Ihr den Abend parallel nämlich noch mit anderen Dingen verbringen.
Ablaufvorschlag:
1. Treffen: Beschnuppern, nix passiert bis erste kurze Kämpfe, trennen nach 10-30 Minuten
2. Treffen: Meist Kämpfe und erste Klärungen. Wenn es ruhiger wird, dann kann das Bad verlassen werden. Trennen nach etwa 40 Minuten-1 Std.
3. Treffen - xtes Treffen: Rangkämpfe, meist schnellere Beruhigung, nicht mehr soviel Aufregung im Rudel, erste Freundschaften durch zusammen kuscheln. Können recht lange zusammen bleiben
Wenn das klappt, dann ins gemeinsame Auslaufrevier gehen. Hier können wieder Rangkämpfe stattfinden.
Wenn das gut klappt, dann erste Zusammenführung im Käfig. Auch hier können Kämpfe statt finden. Je nach Intensität die gemeinsame Zeit von Tag zu Tag steigern. Ab dieser Stufe sollte das aber eigentlich nicht mehr lange dauern, dass sie zusammengeführt werden können. Rangkämpfe wird es am Anfang ganz sicher so oder so dann noch geben und es wird dann einige Zeit dauern, bis das Rudel richtig zusammen wächst.

Im übrigen Ratten in der Badwanne integrieren klappt bei uns überhaupt nicht. Meistens sind alle ständig damit beschäftigt aus der Wanne zu entkommen und haben gar nicht die Lust und die Muße sich miteinander zu befassen.
Wir haben getauscht: Ratten ins Bad und wir zur Beobachtung in die Wanne "/phpbb/images/smiles/icon_lol.gif">
Wenn wir nämlich auch im Bad sind, rennen die nur um uns herum und befassen sich nicht miteinander. Die Prokrastinieren dann förmlich. Das soll ja auch nicht sein "/phpbb/images/smiles/icon_wink.gif">

Hoffe, das hilft Dir.

Gruß
Lexx



Danke für die vielen Tipps und ja, das war sehr hilfreich! Haben auch seit Montag keinerlei Zusammenführung mehr gehabt und uns erst mal intensiver mit den beiden neuen Damen beschäftigt. Und heute Abend dann zusätzlich noch verstärkt mit Daisy, der rapide abbauenden, wenn auch erst 1 1/2 Jahre alten Dame. Die torkelt teilweise wie noch nicht richtig wach und kraftlos durch die Gegend, ist richtig schlapp und hängt beim Fressen mit dem Kopf halb im Napf statt wie früher aufrecht sitzend zu fressen. "/phpbb/images/smiles/icon_frown.gif"> Ich glaube, weitere Integrationstreffen sind ihr gerade zu anstrengend. Insofern, ist eine Woche Pause und dann Neustart vermutlich wirklich das Beste!

Liebe Grüße, Nagermelli

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Verzweifelt hinsichtlich Integration

Beitrag von Nienor » Fr 22. Apr 2016, 01:55

Hey

[b]Zitat:[/b] Die torkelt teilweise wie noch nicht richtig wach und kraftlos durch die Gegend, ist richtig schlapp und hängt beim Fressen mit dem Kopf halb im Napf statt wie früher aufrecht sitzend zu fressen.

Das ist ein Fall für den Nottierarzt, wenn du das Tier ohne grössere bleibende Schäden am Leben erhalten willst.
Sprich diesen bitte auch Ohrenentzündung mit ZNS-Störungen UND eine Gebärmutterentzündung an. Gerade wenn der Kopf nicht schief ist, kann es letzteres sein. Das endet für Weibchen sehr schnell tödlich, wenn man zu lang mit einer Behandlung wartet.
Genauso gut kann es eine Vergiftung sein, allgemeine Schwäche zum Beispiel auch durch Herzprobleme oder auch das Versagen anderer Organe.
In jedem Fall zählen da Minuten. [addsig]

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Beitrag von Nagermelli » Fr 22. Apr 2016, 20:28

Also, ohne die Vorgeschichte zu kennen, sollte hier bitte keiner darüber urteilen, ob Daisy ein Fall für den Notarzt ist... aber das ist wohl leider in vielen Foren so, dass die Leute einem ungefragt (!) Tipps geben, ohne viel über den konkreten Fall oder das Tier zu wissen. Es geht hier um Tipps zu unserer Integration, ja, da bin ich für Tipps dankbar und freue mich darüber. Was unsere alternde Daisy betrifft, hatte ich das nur geschrieben, um zu erklären, wieso sie gerade mehr Aufmerksamkeit braucht, als die neuen Ratten. Wir gehen immer lieber ein Mal zu oft zum Tierarzt als zu selten, wir waren erst vor zweieinhalb Wochen mit ihr beim Tierarzt und sie hat wegen ihrer Atemwegsprobleme/ Schnupfen Antibiotikum bekommen (dort auch eine Spritze) und daheim haben wir ihr sechs Tage lang täglich die verordnete Dosis gegeben. Der Tierarzt hat sie auch durchgecheckt. Sie frisst nach wie vor Gemüse und Rattima, nur trinkt sie nicht richtig, weshalb wir ihr zusätzlich Tee und jetzt seit heute auch Babybrei geben und zwischendurch Pet-M (Echinacea) zur Immunstärkung. Ein Tierarztbesuch ist auch Stress für das Tier, das darf man auch nicht vergessen und sie frisst ja und hat auch Interesse an Auslauf, man merkt nur eben, dass sie abbaut. Vergiftet kann sie nicht sein, weil wir beim Auslauf immer dabei sind. Und wie gesagt, der Tierarzt hat sie angeschaut, es war alles OK.

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Beitrag von Nienor » Fr 22. Apr 2016, 23:04

In zwei Wochen kann bei einer Ratte viel passieren und sorry, was du beschrieben hast, ist kein Zustand, in dem eine 1.5 Jahre alte Ratte sein sollte. Die ist auch noch nicht alt, sondern im besten Alter. Die ist also definitiv ernsthaft krank und braucht mehr Hilfe als nur ein wenig homöopatisches Ecchinacea.

_________________
\"orange">[b]Liebe Grüsse von Nienor und ihren Langschwanzflauschnasen[/b]
[b] \"red"> \"3">Der größte Feind des Heimtiers ist der unwissende Besitzer. [/b]
Silvia Blahak

1>[ Diese Nachricht wurde ge ndert von: Nienor am 2016-04-22 21:06 ]

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