Waren das etwa Halbwilde?

Hier sind Fragen zum Verhalten der Ratten untereinander (z.B. Integration, Zähmung), aber auch gegenüber dem Menschen richtig.

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cstcoffee
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Waren das etwa Halbwilde?

Beitrag von cstcoffee » So 16. Okt 2016, 13:57

Guten Morgen!
Ich bin gerade etwas nachdenklich. Letzte Woche verstarben zwei meiner drei Rattenböcke nach einer OP, und der dritte ist nun allein. Da ich mir große Sorgen um sein seelisches Wohl mache, habe ich angefangen nach neuer Gesellschaft für ihn zu suchen. (Das mag jetzt herzlos klingen, und ich habe selbst den beiden verstorbenen gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil ich mich fühle als würde ich sie ersetzen, aber das ist wirklich nicht der Fall. Ich möchte nur nicht, das mein letzter vereinsamt und es bricht mir einfach das Herz, ihn da so einsam und allein im Sputnik sitzen zu sehen.) Anyway, ich bin also auf eine Anzeige gestoßen in der 'kleine Agoutiböckchen, drei Monate alt' Rudelanschluss suchten. Ich hab also mit dem Besitzer gesprochen und bin gestern direkt zum anschauen hingefahren.

Das erste, was mich stutzig gemacht hat, war die Größe der kleinen Kerlchen. Ich selbst habe meine Jungs im Alter von drei Monaten (angeblich) übernommen, da waren sie eigentlich so gut wie ausgewachsen. Diese hier waren aber ohne Schwanz gerade mal so lang wie meine Hand, und ich habe wirklich kleine hände (15cm für die ganz genauen vom Mittelfinger bis zum unteren Ende der Handfläche). Er meinte auch, die würden nicht viel größer werden. Okay, es gibt kleine Ratten also vielleicht gar nicht so ein Grund zur Sorge. Dann waren sie extrem scheu und schreckhaft, wenn auch neugierig. Eigentlich haben sie sich die Hälfte der Zeit versteckt und als sie dann zum Käfigrand kamen, wirkten sie hyperaktiv und haben zwar an meiner Hand geschnuppert und auch mal vorsichtig 'gekostet' aber sobald ich mich schneller als unglaublich langsam bewegt habe, waren sie wieder in ihrem Eckchen.

Ich habe dann auch die Mama und ihre zwei Schwestern kennen gelernt, die warn zwar zutraulicher und sind auch sofort auf die Hand geklettert, aber konnten auch mit einem Jahr keine Sekunde stillsitzen. Außerdem schien eine kurz bevor ich ankam den Auslauf überwunden zu haben indem sie aus dem Stand mal eben einen Meter gesprungen ist.
Die Weibchen waren übrigens auch kaum größer als die Jungtiere. Den Vater hab ich nicht getroffen, das war nicht sein eigener.

Die Ratten waren übrigens alle unglaublich gute Kletterer (also, selbst für Rattenverhältnisse. Meine wären da in einigen Momenten sehr unelegant zu Boden gesegelt) und ausgesprochen wendig. Das Fell war tatsächlich bei allen Agouti self, im Prinzip sahen alle total gleich aus, die Weibchen konnte nicht mal er unterscheiden, die Männchen hatten unterschiedliche Muster an den Bäuchen und waren auch unterschiedlich groß. Das Fell war so weich wie ich es noch nie bei Ratten erlebt habe, auch bei den adulten Tieren. Ernsthaft, glänzend, fühlte sich an wie Seide, so das man eigentlich die ganze Zeit streicheln wollte, was die aber eher uncool fanden. Gebissen hat keine und gepflegt waren sie auch tip top. Also die leben da glauche ich total super und glücklich und werden auch sehr lieb gehabt.

Aber ich war eben doch nachdenklich als ic nach Hause ging und hab mal Google gefragt. Und als ich dann bei Images 'Wanderratte' eingegeben habe, sahen die Tierchen auf den Bildern echt genau so aus wie die kleinen Kerlchen die ich mir gerade angeschaut hatte. Jetzt bin ich leider selbst totaler Anfänger was die Rattenhaltung angeht. Ich versuche eigentlich jeden Tag dazu zu lernen, und aus den Fehlern, die ich mache zu lernen und mich zu verbessern, aber was Wildratten oder Halbwilde angeht, das kenne ich das Thema eigentlich nur vom Hörensagen. Was ich eben gelesen habe ist, dass Farbratte und Wildratte in einem Rudel keine so tolle Kombi ist, da vor allem die männlichen Wildratten anscheinend recht dominant sind. Und das es außerdem schwer ist, Wildratten und Halbwilde zu zähmen, und man damit eigentlich im Babyalter beginnen muss.
Stimmt das so? Ist dann vielleicht der Zug für die kleinen hier (falls es sich tatsächlich um Halbwilde handelt) ja womöglich schon abgefahren, oder? Beurteile ich das hier gerade total falsch? Ich würde gerne mal die Meinung von jemandem mit Erfahrung in dem Thema hören. Danke!

Übrigens glaube ich, dass falls es sich tatsächlich um Halbwilde, handelt, dann ist das dem Halter glaube ich gar nicht bewusst, dass er da keine ganz normalen Farbratten hat...

Charlesy
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Waren das etwa Halbwilde?

Beitrag von Charlesy » So 16. Okt 2016, 14:43

Hallo cstcoffee,
deinem Verbliebenen neue Gesellschaft zu holen, ist genau das Richtige. Das ist das Gegenteil von hartherzig. Lies doch mal das Testament einer Ratte unter Regenbogenbrücke , das hilft Dir bestimmt, dein schlechtes Gewissen zum Verschwinden zu bringen.
Zu den Agoutiböckchen kann ich leider nichts sagen, da ich sie nicht kenne. Nur: Fast alle meine Lieben haben ein sehr weiches Fell. Das hängt wohl mit der Ernährung zusammen (wie bei Menschen auch).
Lg, Charlesy

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Yumeko84
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Waren das etwa Halbwilde?

Beitrag von Yumeko84 » So 16. Okt 2016, 20:03

Hallo

Rein optisch kann man die nicht auseinanderhalten. Vom Verhalten her klingt es jetzt noch nicht so, dass man da eindeutig was sagen könnte. Weibchen sind auch gern generell etwas sprunghafter und manche Familien sind einfach kleiner... oder mussten zu oft werfen und wurden zu schlecht gefüttert, so dass ihnen keine Gelegenheit zum Wachsen blieb...

Der scheint ja absichtlich Nachwuchs erzeugt zu haben... dann wird er dir doch was zu den Elterntieren sagen können? Woher kamen die, was hat es mit denen auf sich? Hat er dich vielleicht mit irgendwelchen kühnen Behauptungen geködert, wie, dass die besonders alt werden oder keine Tumore kriegen werden?
In was für Käfigen haben sie denn gewohnt? Das ist zwar kein todsicheres Indiz, aber Wilde nagen sich aus Käfigen mit Plastikwannen oder Holzrahmen schonmal in einer Nacht raus und lassen eigentlich nichts ganz "/phpbb/images/smiles/icon_wink.gif">

Gesellschaft holen ist ne prima Idee, für eine alte Ratte würd ich lieber schon ausgewachsene Tiere holen, die etwas ruhiger sind. Und geh irgendwohin, wo an dir sagen kann, wo sie her sind und keine Zuchtexperimente gemacht werden. in Tierheimen findet man gerne auch mal ältere, ruhigere Tiere, Böcke eh.

Liebe Grüße
Judith [addsig]

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ssuussii
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Waren das etwa Halbwilde?

Beitrag von ssuussii » Di 18. Okt 2016, 10:22

Hallo

gut klettern und springen muß kein Zeichen für Wildis sein,meine Omi ist in jungen Jahren lässig aus dem Stand über einen Meter gesprungen,und Elsa klettert gerne an den Seitenteilen eines Ivarregals hoch,keine Ahnung wie sie das macht.unsichtbare Saugnäpfe vielleicht....
Rosi hatte auch flaumig weiches Fell,Elsa ebenso,muß nichts mit dem Futter zu tun haben

LG

Susanne

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